Die Pro- und Contra- Argumente hinsichtlich des Gutachterverfahrens unterliegen seit Jahren einer heftigen Debatte.

Gesetzlich ist es als ein Instrument zur Qualitätssicherung festgeschrieben.
Wenngleich -insbesondere im Rahmen des Schulungsprogrammes - gegenüber dem Gutachterverfahren eine differenzierte Pro-Haltung vertreten, soll zur besseren Orientierung an dieser Stelle eine kurze einleitende Übersicht der wichtigsten Pro- und Contra-Argumente in der Gutachten-Diskussion aufgezeigt werden:  (Die Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, die Diskussion hierzu dauert an)

Contra:
Als Hauptargument gegen den Aspekt der gesetzlich verankerten Qualitätssicherung wird angeführt, dass das Gutachterverfahren gar kein geeignetes Instrument zur Qualitätssicherung sei. Es erfasse lediglich die Kompetenz des Therapeuten den Fall so richtlinienkonform darzustellen, dass dieser genehmigt werde.

Als weiteres Argument gegen das bestehende Verfahren wird aufgeführt, dass aufgrund der Unterschiedlichkeit der Gutachter-Entscheidungen keinesfalls von einer einheitlichen, objektiven Bewertung auszugehen sei (geringe Interraterreliabilität). So schwankten die Ablehnungsquoten von 48 VT-Gutachtern im Jahr 2000 -bei durchschnittlich 2250 Begutachtungen pro Gutachter- zwischen 1 und 7 % (Dahm, 2001).

Pro:
Ein besonderes qualitätssicherndes Element des Gutachterverfahrens ist der Effekt der Selbstreflexion der Therapeuten. Durch das Schreiben des Antrags, des Berichts an den Gutachter, wird der Therapeut angeregt über die Therapie selbstkritisch zu reflektieren. Hierdurch wird er beim eigenen internen Qualitätsmanagement unterstützt.


Literatur:
Dahm A: Gutachterstatistik 2000 für die analytischeen Psychotherapieverfahren und die Verhaltenstherapie . Rundschreiben an alle Gutachter für tiefenpsychologisch fundierte und analytische Psychotherapie und an Gutachter für Verhaltenstherapie vom 19.4.2001.