Im Rahmen meiner Tätigkeit als Supervisor für Ärztliche und Psychologische Psychotherapeuten konnte ich beobachten, dass es unter Psychotherapeuten unterschiedliche Herangehensweisen an die Anforderungen des Gutachterverfahrens gibt. Während die Einen das Antragsverfahren gerne „wegdelegieren“ wollen, gibt es auch jene, welche das Antragsverfahren per se als positive Selbstreflexion erleben. Diese geben die Berichterstellung eben nicht aus der Hand, sondern nutzen sie konstruktiv für sich und die Therapieplanung. Jedoch wird dieser Prozess durch unterschiedliche, scheinbar unüberbrückbare Schwierigkeiten häufig unnötig erschwert. Schreibblockaden, Formulierungsschwierigkeiten, mangelnde Fokussierung auf das Wesentliche, innere Strukturierungsprobleme uvm. können zu unverhältnismäßig langen Bearbeitungszeiten und hohen Frustrationen sowie anhaltenden Belastungen führen. Auf diese Weise scheint das Gutachterverfahren auf Seiten der Psychotherapeuten an Überzeugungskraft und Attraktivität zu verlieren. Fragen der Wirtschaftlichkeit und Verhältnismäßigkeit drängen sich bei einer derartigen ressourcen-intensiven Anwendung des Gutachterverfahrens auf.

Vor dem Hintergrund dieser Einsichten sowie gehäufter Anfragen entstand das Anliegen, Psychotherapeuten in der Auseinandersetzung mit dem gutachterlichen Bericht gezielt sowie praxisnah zu unterstützen und zu schulen.  Vor dem Hintergrund einer inkonsistenten und für viele nicht mehr zu verstehenden psychoanalytischen Theoriebildung folge ich mit Blick auf mein Erststudium des Lehramts auch einem didaktischen Interesse in der Vermittlung von psychologischen Inhalten. Das Ziel des angebotenen Seminars besteht vornehmlich darin, den Schreibaufwand zu verkürzen sowie das Gutachterverfahren im Sinne der inneren Qualitätssicherung (Selbstreflexion) für eine größere Anzahl von Therapeuten (wieder) fruchtbarer zu machen.

 

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